Lotti und Lilya

2 D, Dekoration: 2
Uraufführung:
stadtTheater Walfischgasse
7. November 2012

Eine Tragikomödie.

Zwei Frauen. Zwei Leben. Zwei Schicksale. Ein tragikomisches Stück von Katrin Ammon über zwei Frauen, die am Ende ihres Lebens gnadenlos miteinander abrechnen. Mit bitterbösem Humor und zarten Tönen werden Lebens- und Liebeslügen seziert.

Eine zufällige Begegnung in einem Café am Wolfgangsee führt sie zueinander, die beiden ungleichen Frauen: die kapriziöse Jüdin Lilya mit dem Hang zur Cognacflasche und die unsichere Katholikin Lotti, die sich an ihren Stricknadeln und ihrem Glauben festhält. Schnell haben sie ein Thema: ihre verstorbenen Männer. Lilya lässt kein gutes Haar an dem Schwerenöter, mit dem sie über 50 Jahre verheiratet war. Ihre Ehe – ein Reinfall. Ihre Illusionen von der Liebe und einem aufregenden Leben – wie Seifenblasen zerplatzt. Lotti dagegen schwärmt überschwänglich von ihrer glücklichen und harmonischen Ehe. Was als harmloser Plausch beginnt, mündet bei einer erneuten Begegnung am Grab von Lilyas Mann Benno in einer niederschmetternden Erkenntnis: Sie haben die ganze Zeit von ein- und demselben Mann geredet.

Das ganze Leben spult sich noch einmal vor den beiden Frauen ab: Lilyas Blitzhochzeit mit Benno 1936, ihre Flucht nach Palästina, ihre Rückkehr in den 1950er Jahren ins verhasste Deutschland. Lottis heilloser Kummer, als sie Benno, ihre erste große Liebe, damals verlor, und ihr gestohlenes Glück als seine Geliebte in der Nachkriegszeit. Liebe und Hass, Wut und Enttäuschung, Betrug und Selbstbetrug – am Ende ihres Lebens kommt alles auf den Tisch. Und doch gibt es auch etwas Versöhnliches: Im gemeinsamen Erleben all ihrer widersprüchlichen Gefühle entdecken Lotti und Lilya einander.

Pressestimmen

„Feine Verwicklungen und scharfzüngige Dialoge machen den Abend zu einem kurzweiligen, erlesenen Kammerspiel fernab boulevardesker Trivialität.“ WESTDEUTSCHE ZEITUNG

„Die Stärke des geschickt gebauten Stücks reizen die beiden [Schauspielerinnen] ebenso souverän aus wie die gegensätzlichen Charaktere.“ NEUE RHEIN ZEITUNG

Factsheet Lotti und Lilya

Ansichtsexemplar für Theater