Manche mögen’s voll verschleiert

2 D, 6 H / Dekoration: 1
Uraufführung frei
DSE frei

nach dem Film Cherchez la femme (dt. Voll verschleiert, 2017) von Sou Abadi

Armand und Leila, beide Studenten der Politikwissenschaften, sind frisch verliebt. Gemeinsam haben sie Großes vor: Sie wollen nach New York ziehen und dort ein Praktikum bei der UNO absolvieren. Doch kurz vor ihrer Abreise durchkreuzt Leilas Bruder Mahmoud ihre Pläne. Zurück von einem längeren Aufenthalt aus dem Jemen, wendet sich der radikalisierte Mahmoud gegen die romantische Beziehung seiner Schwester.

Armand und Leila bleibt keine Wahl: Um sich unerkannt treffen zu können, muss Armand einen Niqab tragen. Getarnt als Leilas neue beste Freundin „Scheherazade“ geht Armand bei ihr ein und aus. Mahmoud verliebt sich in die geheimnisvolle Frau mit den wunderschönen Augen, die ihm die Welt der Poesie und der islamischen Mystik eröffnet.

Abadi nutzt diese Konstellation für eine burleske Komödie mit allem, was dazu gehört: Slapstick, Travestie, Verwechslungen und Verfolgungsjagden. Dabei werden durchaus ernste Dinge mitverhandelt: Poesie, Recht und Religion, Erinnerung und Trauma, Asyl und Exil, Familien- und Geschlechterliebe. Und natürlich dient das Ganze quasi lachtherapeutisch auch dem Abbau von Vorurteilen.

Während im Film schnelle Szenen- und Personenwechsel dominieren, ist die Theaterfassung von Michael Niavarani kammerspielartig aufgebaut. Mit temporeicher Sprache bietet diese Verwechslungskomödie gute Unterhaltung mit Tiefgang. Das Stück erscheint wie eine moderne Fassung von „Charleys Tante“, die sich mit einem brandaktuellen Thema auseinandersetzt: die Verschleierung von Frauen im Islam.

Pressestimmen zum Film

„Die muslimische Regisseurin Sou Abadi verwandelt in der Komödie Voll verschleiertgesellschaftspolitischen Sprengstoff in ein Plädoyer für ein Miteinander von Religion und persönlicher Freiheit.“ WIENERIN

„Rasant geistreiche Sittenkomödie […] Billy Wilder, der Großmeister der rasanten Verwechslungskomödie, hätte an diesem Film seine helle Freude gehabt. […] So bildet der Film ganz unprätentiös einen Farbklecks des Optimismus innerhalb der immer verdrießlicher und aggressiver werdenden Debatte über Muslime in Europa.“ KUNSTUNDFILM.DE

Factsheet von Manche mögen’s voll verschleiert

Ansichtsexemplar für Theater